Wie kann die Notfallversorgung künftig auch bei niedrigprioritären Hilfeersuchen nachhaltig und patientengerecht gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die aktuelle Fachpublikation der Fürther Gespräche, die jetzt in der Fachzeitschrift Notfall + Rettungsmedizin (Springer Medizin) erschienen ist.
Unter dem Titel „Niedrigprioritäre Hilfeersuchen im Fokus: Handlungsempfehlungen der Fürther Gespräche zur Professionalisierung und Qualifizierung im Rettungsdienst“ greifen die Autorinnen und Autoren ein zentrales Zukunftsthema der Notfallversorgung auf. Ausgangspunkt ist die zunehmende Zahl von Einsätzen, bei denen zwar akuter Unterstützungsbedarf besteht, jedoch keine klassische Notfallrettung erforderlich ist. Der Beitrag entwickelt hierfür konkrete Lösungsansätze für eine sektorenübergreifende, wohnortnahe und fallabschließende Akutversorgung.
Die Publikation fasst die Ergebnisse der 3. Fürther Gespräche zusammen. Im Rahmen des interdisziplinären Expertenforums diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Rettungsdienst, Medizin, Wissenschaft, Leitstellen sowie weiteren Fachorganisationen über die zukünftige Ausgestaltung der außerklinischen Notfallversorgung. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Rettungsdienst und ambulante Versorgung besser verzahnt werden können und welche Qualifikationen, Strukturen und gesetzlichen Rahmenbedingungen hierfür erforderlich sind.
Aus dem Expertenforum wurden 13 Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese reichen von der Etablierung einer bundesweit einheitlichen außerklinischen Akutversorgung über den Aufbau eines digital vernetzten Gesundheitsleitsystems bis hin zu einem gestuften Qualifikationssystem für neue professionelle Rollen im Rettungsdienst. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht zu versorgen, Rettungsdienste und Notaufnahmen zu entlasten und gleichzeitig die Qualität der Notfallversorgung nachhaltig zu stärken.
An der Publikation wirkten Expertinnen und Experten aus verschiedenen Institutionen mit. Federführend beteiligt waren Klaus Meyer (INOB), Prof. Dr. med. Harald Dormann (INOB/Klinikum Fürth), Bernd Landsleitner (INOB), Prof. Dr. Stephan Prückner (INM), Johannes Gottschalk (BRK), Christoph Redelsteiner (Forschung & Lehre Rettungswesen), Dominik Hinzmann (Klinikum der technischen Universität München), Dominik Hahnen (Malteser Bildungszentrum Euregio), Insa Seeger (Großleitstelle Oldenburger Land), Tom Malysch (Institut für Rettungsmedizin) sowie Prof. Dr. Thomas Prescher (FH Münster).
Der Beitrag steht im Rahmen einer Open-Access-Veröffentlichung bei Springer Nature kostenfrei zur Verfügung und kann hier direkt abgerufen werden.
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