Feb 26

Fürther Gespräche 2024

Das Institut für notfallmedizinische Bildung (INOB) veranstaltete am 23. und 24. Februar 2024 erneut erfolgreich das Expertenforum “Fürther Gespräche”, das sich dem Thema “Notfallreform konkret: Qualität, Bildung und Professionalisierung! Wie groß muss der Schritt nach vorne jetzt sein?” widmete. Die Veranstaltung fand im Ludwig-Erhard-Zentrum in Fürth statt und wurde von Klaus Meyer, dem Geschäftsführer des INOB mit Prof. Dr. habil. Thomas Prescher von der FH Münster gemeinsam mit als Gastgeber geleitet.

Die Fürther Gespräche boten eine Plattform für den deutschlandweiten Austausch von Akteuren aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, um zentrale Herausforderungen und Fragestellungen der Rettungsdienstreform zu diskutieren. Ziel war es, konkrete Ergebnisse zu erarbeiten, die als Grundlage für politische Entscheidungsträger dienen sollen.

Unter der Schirmherrschaft von Dr. Janosch Dahmen (MdB), dem gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktion der Grünen im Bundestag, nahmen 40 Fachleute aus Interessensverbänden, Fachgesellschaften, Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Hochschulen und Berufsfachschulen teil.

Klaus Meyer, Geschäftsführer des INOB, hob die Bedeutung des Rettungsdienstes für die Gesellschaft hervor und betonte: “Der Rettungsdienst leidet aktuell unter den ungünstigen Rahmenbedingungen unseres Gesundheitssystems und den gesellschaftlichen Veränderungen. Es bedarf daher eines konstruktiven Diskurses und möglicher Lösungsansätze, denen wir mit den Fürther Gesprächen eine Plattform bieten möchten.”

Prof. Dr. habil. Thomas Prescher, Mit-Gastgeber und Professor für Didaktik für Gesundheitsberufe, unterstrich die Bedeutung praxisnaher Lösungsansätze: “Jetzt kommt es darauf an, dass wir in der Rettungsdienstreform konkrete Maßnahmen ergreifen, die nicht nur die Qualifikationsniveaus im Rettungsdienst klären, sondern wir für die große Frage der Akademisierung auch Lösungen entwickeln, in welche Versorgungsstrukturen wir akademisieren sowie welche Befugnisse und Kompetenzen die KollegInnen am Patienten dann konkret haben. Unser Ziel muss es sein, eine Akademisierung zu ermöglichen, die die jungen Menschen im Rettungsdienst hält.”

Die thematische Ausrichtung der diesjährigen Veranstaltung umfasste vier Schwerpunkte:

  1. Vom Bürger zur benötigten Leistung: Organisation der medizinischen Versorgung und Koordination von Rettungsdiensten für eine fallabschließende Notfallversorgung.
  2. Qualifikationsniveaus / Personalentwicklung: Perspektiven des Berufsbilds des Notfallsanitäters als gestuftes und durchlässiges Qualifikationssystem vom Ehrenamt bis zu eigenständigen erweiterten und fallabschließenden Notfallversorgung sowie dafür notwendiger Qualifikationsniveaus.
  3. Präventiver Rettungsdienst / Versorgungsstrukturen: Flexibilisierung und Spezifizierung des Rettungsdienstes sowie Integration präventiver Maßnahmen, um bedarfsorientiert vor die Lage zu kommen und damit die Strukturen der Notfallversorgung im Rettungsdienst und den Kliniken deutlich zu entlasten.
  4. Notarztsystem 2.0: Reform des Notarztsystems als gestuftes System der Zusammenarbeit zwischen Notärzten und Notfallsanitätern sowie komplexitätsabhängige Ressourcenzuordnung, auch von telemedizinischen Systemen und KI.

Fürther Erklärung für eine starke berufliche Bildung im Rettungsdienst in Deutschland

Im Rahmen der Fürther Gespräche 2024 haben Vertreter und Vertreterinnen aus den Bereichen Schule und Hochschule die “Fürther Erklärung für eine starke berufliche Bildung im Rettungsdienst in Deutschland” unterzeichnet. Diese Erklärung fordert eine verbesserte Interessenvertretung sowie die Entwicklung von Leitlinien, Wissenschaft und die Förderung von Entwicklung im Bereich der beruflichen Bildung im Rettungsdienst. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für eine hochwertige Ausbildung im Rettungsdienst zu schaffen und diese an die sich verändernden Anforderungen anzupassen. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Erklärung wollen diese an die Entscheidungsträger in Politik und Gesetzgebung weitergeben, um die berufliche Bildung im Rettungsdienst nachhaltig zu stärken.

Die Fürther Gespräche boten wieder eine gelungene Gelegenheit für die Experten, um gemeinsam an innovativen Lösungsansätzen für die aktuellen Herausforderungen im Rettungsdienst zu arbeiten.